Niedrigprävalenzbereich
Aus Lehre in der Allgemeinmedizin
Definierte, beweisbare und gefährliche Erkrankungen sind in der Allgemeinarztpraxis rarer als in anderen Versorgungsbereichen.
Ein Beispiel: In einer Allgemeinarztpraxis ergibt sich fast täglich der Kontakt mit Menschen, die mit dem Behandlungsanlass »Brustschmerzen« um Rat suchen. Darunter sind auch viele völlig gesunde Menschen. Ein Herzinfarkt oder eine instabile Angina pectoris ist für den Hausarzt selten. Ein stationär tätiger Kardiologe ist umgekehrt fast täglich mit potenziell tödlichen Myokardinfarkten konfrontiert. Die Patienten, die aufgrund von »Brustschmerzen« ins Krankenhaus kommen, sind bereits stark selektiert. Der Kardiologe arbeitet hier in einem Hochprävalenzbereich.
